Beckenbodentherapie bzw. -gymnastik macht einen immer größer werdenden Teil des Alltags von Phyiostherapeut*innen aus. Unter anderem auch, weil wir uns der Funktion und der Wichtigkeit des Beckenbodens immer bewusster werden. Wer Beckenbodentherapie beanspruchen sollte, wo Du eine*n Phyisotherapeut*in finden kannst und wie Physiotherapie für den Beckenboden aussieht, erfährst Du in diesem Artikel!
- Vollständiger Beckenboden-Check direkt beim ersten Training, um die am besten geeignete Methode für dich auszuwählen.
- Wichtigste Techniken in der Praxis: Biofeedback, Elektrostimulation und manuelle Beckenbodenrückbildung – ganz nach deinen individuellen Bedürfnissen.
- Schlüsselrolle der Physiotherapeut*innen: Erlernen der richtigen Kontraktion, Korrektur der Körperhaltung und wertvolle Tipps für deinen Alltag.
- Dranbleiben zählt: Es ist wichtig, die Übungen zu Hause fortzuführen, um die erzielten Ergebnisse langfristig zu erhalten.
- Biofeedback-Lösungen für zu Hause: Nutze Hilfsmittel wie den Beckenbodentrainer Emy, um dein Beckenbodentraining eigenständig, spielerisch und personalisiert fortzuführen.
Was haben Beckenboden und Physiotherapie miteinander zu tun?
Physiotherapie, auch Krankengymnastik genannt, bezeichnet wortwörtlich „Heilung durch Bewegung“. Sie beschäftigt sich grundlegend mit der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers. Ziel ist dabei einerseits, dass Patient*innen lernen den eigenen Körper zu verstehen und andererseits, dass gesundheitliche Probleme behandelt werden. Zu all dem gehören zum Beispiel Beweglichkeit, Schmerzlinderung und deswegen natürlich auch der Beckenboden.
Der Beckenboden gilt in der Physiotherapie als Spezialgebiet, das heißt, wenn ein*e Physiotherapeut*in die Grundausbildung abgeschlossen hat, kann er*sie sich durch Fortbildungen auf den Beckenboden spezialisieren.

Warum sollte ich meinen Beckenboden trainieren?
Der Beckenboden hat viele verschiedene wichtige Aufgaben. Anatomisch gesehen stützt er unsere Beckenorgane, wie eine Art Hängematte. Er kontrolliert, wann Urin austritt und hat Auswirkungen auf das Sexualleben. Wie andere Muskulaturen kann der Beckenboden Schaden erleiden, aber auch trainiert werden, wobei die Physiotherapie ins Spiel kommt.

Wenn der Beckenboden, durch eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder Krankheiten, geschädigt oder geschwächt wird, kann dies schwerwiegende Folgen für unsere Gesundheit haben:
- Organsenkung
- Inkontinenz
- Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
- Rückenprobleme
- schlechte Körperhaltung
- Auswirkungen auf die mentale Gesundheit
All diese Symptome bzw. Krankheiten fallen in den Behandlungsbereich der Physiotherapie, da sie Beschwerden oder Schmerzen im Alltag auslösen können!
Physiotherapie für den Beckenboden in meiner Nähe
Wenn, Du hier klickst, findest Du die Liste des Deutschen Verband für Physiotherapie für Physiotherapeut*innen die auf den Beckenboden spezialisiert sind. Dort gibst Du an, in welcher Region Du ein*e Therapeut*in suchst und Dir wird eine Liste von möglichen Kontakten vorgeschlagen.
Leider ist Physiotherapie nicht für Jede*n so einfach zugänglich, vor allem wenn man weit von großen Städten, wie Berlin, Hamburg oder München, entfernt lebt. Laut Untersuchungen der Robert-Bosch-Stiftung fehlt es in 40% der Landkreise an Ärzt*innen, wobei diese Zahl bei dem Spezialgebiet Physiotherapie wahrscheinlich noch höher liegt. Um jeder Frau die Möglichkeit zu bieten, sich um ihre Gesundheit zu kümmern und ihren Beckenboden zu trainieren, haben wir von Fizimed den Beckenbodentrainer Emy entwickelt. Dieser arbeitet mit Biofeedback-Technologie und einer App, die Dich beim Training an die Hand nimmt.
Physiotherapie für Beckenboden auf Rezept
Wenn Du die Kosten Deiner Beckenbodentherapie von Deiner Krankenkasse übernehmen lassen möchtest, musst Du erstmal zu eine*r Hausärzt*in oder Gynäkolog*in und Dir die Therapie als Krankengymnastik verschreiben lassen. Dies geht leider nicht für Physiotherapie als präventive Maßnahme – in diesem Fall kannst Du stattdessen zu anderen Hilfsmitteln greifen.
Wusstest Du, dass Du auch den smarten Beckenbodentrainer Emy auf Rezept erhalten kannst? Damit kannst Du Dein Training spielerisch von zu Hause aus weiterführen!
Wie sieht Physiotherapie für den Beckenboden aus?
Beckenbodentherapie kann in Physiotherapiepraxen, Therapie- oder Rehazentren stattfinden. Genau wie bei anderen Therapien sieht der genaue Ablauf je nach Patient*in und Therapeut*in unterschiedlich aus, weil die Behandlung individuell auf die betroffene Person angepasst werden muss.

Beckenboden Physiotherapie bei Mann und Frau
Der Ablauf der Physiotherapie für den Beckenboden unterscheidet sich nicht viel zwischen Mann und Frau. Grundsätzlich wird die*der Patient*in erstmal untersucht und anschließend werden Übungen erklärt und durchgeführt, mit denen sie den Beckenboden trainieren. Unterschiede zeigen sich in den passiven Methoden und Hilfsmitteln, die*der Therapeut*in eventuell anwendet.
Männer sollten sich auch um ihren Beckenboden kümmern, obwohl sich viele nicht mal darüber bewusst sind, dass sie einen haben und wo er sich befindet. Der Unterschied zu Frauen liegt hier hauptsächlich bei den Organen, die die Beckenbodenmuskulatur stützt, denn bei Frauen kommt neben Blase und Rektum noch die Gebärmutter hinzu. Zusätzlich wird der Beckenboden von Frauen oft durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre mehr belastet. Ein geschwächter Beckenboden kann bei Männern sowohl als auch bei Frauen Inkontinenz und einen Prolaps verursachen. Männer können zusätzlich noch von Erektionsstörungen oder frühzeitigen Samenergüssen betroffen sein. Hier erfährst Du noch mehr über den Beckenboden des Mannes!

Erste Schritte
Im ersten Schritt der Physiotherapie geht es üblicherweise um die Diagnostik. Einige potenzielle Diagnostikmethoden sind:
- Eine Anamnese, bei welcher der bisherige allgemeine Gesundheitszustand und -verlauf besprochen wird. Bei einer Beckenbodentherapie zählen da vor allem Faktoren wie eine Schwangerschaft, starke hormonelle Veränderungen oder Nervenkrankheiten.
- Das Besprechen der Symptome und des bisherigen Verlaufs der Beschwerden, welche die Behandlungen erfordert haben.
- Fragebögen können den Diagnostik-Prozess einfacher und schneller gestalten.
- Ein Miktionsprotokoll kann bei Inkontinenz dabei helfen, sich ein tiefgründiges Bild des Problems zu verschaffen. In diesem wird eingetragen, wie oft, wann und wie viel die*der Patient*in Urin oder Stuhl verliert.
- Physische Untersuchungen, bei welcher die Beckenbodenmuskulatur von innen und außen abgetastet wird. Dies passiert entweder vaginal oder rektal, also durch die Scheide oder das Rektum.
Basierend auf all den Ergebnissen der Diagnostik wird ein Befund und ein Behandlungsplan erstellt, an welchem sich der weitere Verlauf der Physiotherapie orientiert.
Zu Beginn der Therapie sollte die*der Physiotherapeut*in Dir den anatomischen Aufbau des Beckenbodens, seine Funktionen und wie Deine Probleme behandelt werden, in Ruhe erklären. Ziel ist nämlich allgemein erstmal ein Bewusstsein für die Lage des Beckenbodens zu schaffen, damit Du diesen auch entsprechend trainieren kannst.

Was erwartet mich in der Physiotherapie für den Beckenboden?
Aktive Therapie
Beckenbodentherapie Übungen
Das Trainieren des Beckenbodens passiert durch spezielle Übungen, die Deine Muskulatur stärken sollen. Diese ähneln eventuell Übungen, die Du bereits aus der Gymnastik oder Yoga kennst, aber keine Sorge – es handelt sich um eine Physiotherapie und nicht um ein Work Out. Oft handelt es sich um Kegel-Übungen, die extra für die Beckenbodenmuskulatur entwickelt wurden. Der Beckenboden wird ruhig, langsam und ohne ruckartige Bewegungen trainiert. Viele Übungen finden im Sitzen oder Liegen statt und Dein*e Physiotherapeut*in unterstützt Dich dabei.
Um Deine Beckenbodenmuskulatur zu stärken, musst Du sie kontrolliert an- und entspannen. Wie Du das machst, zeigt Dir Dein*e Physiotherapeut*in genau.
Noch mehr Übungen findest Du in der kostenlosen Emy App!
Der Beckenbodentrainer Emy
Der smarte Beckenbodentrainer Emy arbeitet mit Biofeedback und erlaubt Dir somit das An- und Entspannens Deiner Muskulatur in Echtzeit zu visualisieren. Gepaart mit der Emy App, in welcher Dich unterhaltsame Spiele durch die Übungen leiten, kannst Du Deinen Beckenboden, wie bei der Physiotherapie, von zu Hause aus trainieren – egal ob vor, während oder nach den Einheiten mit Deine*r Physiotherapeut*in!

Mehr über Emy Trainer erfahren
Passive Therapie
Physiotherapie für den Beckenboden kann auch passiv passieren. Das bedeutet, dass die*der Physiotherapeut*in Dich sozusagen „von außen“ behandelt, Du also nicht selber aktiv werden musst.
Hilfsmittel für die Beckenbodentherapie
Das, was vielen beim Beckenbodentraining oder bei der Beckenbodentherapie schwerfällt, ist das kontrollierte An- und Entspannen der Muskulatur. Wie das richtig geht, sollte Dir Dein*e Physiotherapeut*in erklären – aber auch wenn Du es nicht auf Anhieb schaffst, ist das kein Grund zum Verzagen, denn es gibt verschiedene Hilfsmittel, die Dich dabei unterstützen!
Bei einem sehr stark geschwächten Beckenboden kann durch Elektrostimulation nachgeholfen werden. Du wirst an ein Gerät angeschlossen, dass kleine elektrische Ströme an Deinen Beckenboden sendet. Hierbei wird der Beckenboden passiv trainiert, also von den elektronischen Impulsen gereizt, anstatt dass Du aktiv Deine Muskeln kontrollierst. Deswegen sollte Elektrostimulation nur anfänglich und falls es auch wirklich nötig ist, z.B. weil Du es nicht alleine schaffst Deinen Beckenboden anzuspannen, verwendet werden.
Eine langfristig effizientere Methode ist es, mit Biofeedback-Technologie zu arbeiten, da sie Dir dabei hilft den Beckenboden aktiv und kontrolliert zu trainieren. Erfahre hier mehr über den Biofeedbacktrainer Emy.

Wie lange dauert die Physiotherapie?
Üblicherweise finden 6 bis 10 Stunden zusammen mit der*dem Therapeut*in statt. Zwischen diesen Stunden und auch nachdem sie vorbei sind ist es sehr wichtig, dass Du Deinen Beckenboden selbst weiter trainierst, damit er nicht an Kraft verliert, sondern weiterhin in Topform bleibt. Das kannst Du mit den Übungen, die Dir Dein*e Physiotherapeut*in gezeigt hat oder, falls Du Dich noch etwas unsicher fühlst, mit Hilfsmitteln, wie Emy, machen.

Beckenboden-Physiotherapie: Häufig gestellte Fragen
1. Bezahlt die Krankenkasse die Beckenboden-Physiotherapie?
Ja, in den allermeisten Fällen übernimmt die gesetzliche oder private Krankenkasse die Kosten für die Therapie. Du brauchst dafür einfach nur eine ärztliche Verordnung, beispielsweise von deiner Frauenärztin, deinem Urologen oder Hausarzt. Sobald du das Rezept hast, kannst du einen Termin in einer spezialisierten Physiotherapie-Praxis vereinbaren.
Wusstest du schon? Viele Krankenkassen bezuschussen zusätzlich auch zertifizierte Beckenboden-Präventionskurse, selbst wenn du aktuell gar keine Beschwerden hast!
2. Mit welchen Kosten muss ich bei der Therapie rechnen?
Wenn du gesetzlich versichert bist, zahlst du in der Regel nur den üblichen Eigenanteil von 10 Euro pro Rezept plus 10 % der Behandlungskosten. Das macht bei einer normalen Therapieserie insgesamt meistens zwischen 20 und 30 Euro aus. Wenn du von der Zuzahlung befreit bist oder privat versichert bist, läuft die Abrechnung natürlich ganz anders ab.
Wusstest du schon? Digitale Beckenbodentrainer wie Emy können unter bestimmten Voraussetzungen als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) sogar komplett kostenfrei auf Rezept verschrieben werden!
3. Wie oft muss ich zur Beckenboden-Physiotherapie gehen?
Ein typisches Rezept umfasst meistens erst einmal 6 bis 10 Sitzungen, die meistens ein- bis zweimal pro Woche stattfinden. In diesen Terminen zeigt dir die Praxis die wichtigsten Übungen und kontrolliert, ob du die Muskeln auch richtig ansteuerst. Wie viele Sitzungen du am Ende insgesamt brauchst, hängt aber ganz individuell von deinen persönlichen Beschwerden ab.
Wusstest du schon? Das eigentliche Geheimnis liegt im Alltag, denn schon 5 bis 10 Minuten eigenständiges Training am Tag machen einen riesigen Unterschied!
4. Wann merke ich erste Erfolge durch das Training?
Die ersten spürbaren Verbesserungen bemerken viele Frauen schon nach etwa vier bis sechs Wochen bei regelmäßigem Training. Da Muskeln Zeit brauchen, um sich aufzubauen und die Nervenbahnen neu zu verknüpfen, ist hier etwas Geduld gefragt. Nach rund drei Monaten hat sich das Gewebe meistens so gut stabilisiert, dass der Alltag wieder deutlich unbeschwerter wird.
Wusstest du schon? Ein gut trainierter Beckenboden verbessert nicht nur die Blasenkontrolle, sondern kann auch für intensiveres Empfinden beim Sex sorgen!
5. Was genau passiert eigentlich bei der Physiotherapie für den Beckenboden?
Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch über deine Beschwerden und wie sich dein Alltag im Moment gestaltet. Danach lernst du durch gezielte Wahrnehmungsübungen, wo diese Muskeln überhaupt liegen und wie du sie richtig an- und entspannst. Oft kommen in den Praxen auch moderne Hilfsmittel wie Biofeedback-Geräte oder Ultraschall zum Einsatz, um deinen Trainingserfolg direkt sichtbar zu machen.
Wusstest du schon? Falsches Pressen beim Toilettengang belastet den Beckenboden enorm – die richtige Atemtechnik in der Therapie zu lernen schützt dich im Alltag!





