Das erfährst du in diesem Artikel:

  • Was Biofeedback ist und wie es beim Beckenbodentraining funktioniert.
  • Wie du dein Beckenbodentraining zu Hause Schritt für Schritt aufbaust.
  • Wie der Emy Trainer diese Technologie nutzt und was die klinische Studie am Universitätsklinikum Straßburg dazu zeigt.

Was ist Biofeedback und wie funktioniert es beim Beckenbodentraining?

Biofeedback ist eine Trainingsmethode, die mit Sensoren die Muskelaktivität in Echtzeit erkennt. Diese Information wird auf einem Bildschirm angezeigt, sodass du nachvollziehen kannst, wie deine Muskeln reagieren, und deine Übungen entsprechend anpassen kannst.

Dabei wird ein Beckenbodentrainer vaginal eingeführt. Er erfasst deine Beckenbodenaktivität und gibt dir über eine App eine direkte visuelle Rückmeldung. Beckenbodentrainer mit Biofeedback wie der Emy Trainer machen deinen Trainingsfortschritt so auf dem Handy sichtbar. Im Gegensatz zur passiven Elektrostimulation spannst du deine Muskeln dabei immer aktiv selbst an.

Wie erfasst der Emy Trainer die Beckenbodenaktivität?

Beim Emy Trainer erfassen integrierte Sensoren die An- und Entspannung deines Beckenbodens und senden sie per Bluetooth an dein Handy. So siehst du in Echtzeit, ob du deinen Beckenboden aktivierst. Dieses visuelle Feedback gibt dir beim Training Orientierung, denn ohne Hilfe lässt sich die eigene Beckenbodenaktivität von außen kaum wahrnehmen.

Genau deshalb wird Biofeedback in der Physiotherapie seit Jahren zur Beckenbodenrehabilitation eingesetzt: Es macht eine unsichtbare Muskelgruppe greifbar (Newman, 2014). Ein Beckenbodentrainer für zu Hause ermöglicht es, auch zwischen den Terminen in der Praxis gezielt weiterzutrainieren.

Welche Vorteile bietet Biofeedback für dein Beckenbodentraining?

1. Ein schrittweises und gezieltes Training

Biofeedback ermöglicht es, die Beckenbodenmuskulatur gezielt und schrittweise zu trainieren. Die Visualisierung deiner Kontraktionen hilft dir, deine Anstrengung besser zu verstehen und die Übungen korrekt auszuführen, statt auf gut Glück zu trainieren.

2. Eine bessere Körperwahrnehmung

Viele Frauen haben anfangs Schwierigkeiten, ihre Beckenbodenmuskulatur zu finden und gezielt anzuspannen. Durch das Training mit Biofeedback lernst du, diese Muskeln präziser anzuspannen und zu entspannen.

3. Ein aktives Training bei Harninkontinenz

Ein regelmäßig trainierter Beckenboden trägt zu einer besseren Kontrolle der Schließmuskeln bei. In einer klinischen Studie am Universitätsklinikum Straßburg mit über 50 Patientinnen mit Belastungsinkontinenz berichteten nach 3 Monaten Training mit dem Emy Trainer 98 % der Teilnehmerinnen von einer verbesserten Lebensqualität¹. 91 % stellten nach 3 Monaten Training mit dem Emy Trainer eine Verbesserung ihrer Blasenbeschwerden fest (Jochum et al., 2021)¹.

4. Trainierbar in jeder Lebensphase

Nach der Geburt, in den Wechseljahren oder bei intensivem Sport: Der Beckenboden wird ein Leben lang beansprucht. Regelmäßiges Beckenbodentraining unterstützt die Muskulatur in jeder dieser Phasen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden.

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Wie trainierst du deinen Beckenboden zu Hause richtig?

  1. Vorbereitung: Hände waschen und den Beckenbodentrainer reinigen.
  2. Verbindung herstellen: Gerät einschalten und per Bluetooth mit der App verbinden.
  3. Einführen: im Liegen oder Sitzen einführen, bei Bedarf mit einem Gleitmittel auf Wasserbasis.
  4. Geführte Trainingseinheit: Die App führt dich durch passende Übungen und zeigt deine Beckenbodenaktivität in Echtzeit an.
  5. Regelmäßigkeit: 5 bis 20 Minuten, mehrmals pro Woche, für einen schrittweisen Muskelaufbau.
  6. Reinigung: nach jeder Anwendung mit warmem Wasser und milder Seife reinigen.

Bei Schmerzen während des Trainings unterbrichst du die Übung und wendest dich an Physiotherapeut·innen, deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Arzt.

Wie arbeiten Physiotherapeut·innen und Hebammen mit Biofeedback?

In der Beckenbodentherapie setzen Physiotherapeut·innen Biofeedback-Geräte häufig direkt in der Praxis ein, um Patientinnen die richtige Anspannung zu zeigen. Ein Beckenbodentrainer für zu Hause überträgt dieses Prinzip in den Alltag: Du trainierst selbstständig weiter und bekommst eine Rückmeldung in Echtzeit, die du sonst nur beim Termin in der Praxis erhalten würdest. Nach der Geburt kann ein Beckenbodentrainer so die Rückbildung ergänzen, sobald deine Hebamme, deine Ärztin oder dein Arzt grünes Licht gibt.

Häufige Fehler beim Beckenbodentraining mit Biofeedback

Ein paar Stolpersteine begegnen vielen Frauen zu Beginn. Gut zu wissen, bevor du startest:

  • Falsche Muskelgruppe: Bauch, Po oder Oberschenkel werden oft mit angespannt, statt gezielt den Beckenboden zu aktivieren. Halte sie locker und leg zur Kontrolle eine Hand auf den Bauch.
  • Zu unregelmäßiges Training: Kurze, regelmäßige Einheiten über mehrere Wochen lassen sich leichter durchhalten als einzelne lange Einheiten.
  • Luft anhalten: Atme während der Kontraktion ruhig weiter und spanne gezielt den Beckenboden an, statt den ganzen Körper.
  • Zu schnell aufgeben: Fortschritte brauchen mehrere Wochen regelmäßigen Trainings, nicht nur eine Einheit. Dranbleiben lohnt sich.

Biofeedback und Elektrostimulation: Was sind die Unterschiede?

Beide Methoden verfolgen das gleiche Ziel, funktionieren aber unterschiedlich:

  • Biofeedback hilft dir, deine Muskelkontraktionen bewusst wahrzunehmen und aktiv zu steuern: Du spannst deinen Beckenboden selbst an.
  • Elektrostimulation sendet leichte elektrische Impulse, die eine unwillkürliche Kontraktion auslösen. Das kann hilfreich sein, wenn eine Frau ihre Muskeln anfangs kaum selbst aktivieren kann. Sie wird meist nach fachlicher Empfehlung eingesetzt.

Für wen eignet sich Beckenbodentraining mit Biofeedback?

Ein Beckenbodentrainer mit Biofeedback richtet sich an Frauen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen:

  • Nach der Geburt: In Absprache mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder deinem Arzt kann gezieltes Training den Beckenboden schrittweise wieder kräftigen. Den Emy Trainer kannst du frühestens 7 Wochen nach der Entbindung verwenden.
  • In den Wechseljahren: Die hormonelle Umstellung kann sich auf Blase und Beckenboden auswirken. Regelmäßiges Beckenbodentraining unterstützt die Muskulatur in dieser Phase.
  • Bei sportlicher Aktivität: Belastende Sportarten wie Laufen, Springen oder Krafttraining beanspruchen den Beckenboden zusätzlich, daher kann ein begleitendes Training sinnvoll sein.
  • Bei Harninkontinenz: Nach ärztlicher Abklärung, z. B. in der gynäkologischen, urologischen oder hausärztlichen Praxis, lässt sich ein Beckenbodentrainer mit Biofeedback gezielt in das Training einbinden, oft als Ergänzung zur Physiotherapie.

In jedem Fall gilt: Der Emy Trainer ist ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt² zum Training und kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose bei anhaltenden Beschwerden. Während der Schwangerschaft ist seine Anwendung kontraindiziert.

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Kann der Emy Trainer erstattet werden?

💡 Gut zu wissen: Bei Inkontinenz kann dein Emy Beckenbodentrainer bis zu 100 % erstattet werden³.

Alles, was du dafür brauchst, ist ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt:

  • In wenigen Minuten per Videosprechstunde erhältlich⁴
  • Oder direkt von deiner Ärztin oder deinem Arzt ausgestellt

Weitere Informationen findest du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Biofeedback erfasst deine Beckenbodenkontraktionen und macht sie in Echtzeit sichtbar, ganz ohne elektrische Stimulation.
  • Eine Trainingseinheit dauert 5 bis 20 Minuten und lässt sich bequem zu Hause durchführen, ergänzend zur Betreuung durch Physiotherapeut·innen oder Hebammen.
  • Der Emy Trainer nutzt diese Technologie und kann bei entsprechender Diagnose auf Rezept erstattet werden³.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert Biofeedback beim Beckenbodentraining?

Sensoren im Beckenbodentrainer erfassen deine Beckenbodenaktivität und übertragen sie in Echtzeit an eine App. So lernst du, deinen Beckenboden anzuspannen und zu entspannen. Ein Muskel, den du sonst nicht sehen kannst, wird so trainierbar. Schon gewusst? Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskelschichten, die sich im Alltag kaum bewusst wahrnehmen lassen.

Wie oft sollte ich zu Hause trainieren?

Für einen kontinuierlichen Fortschritt eignen sich Einheiten von 5 bis 20 Minuten, drei- bis viermal pro Woche. Kurze, regelmäßige Einheiten lassen sich leichter durchhalten als seltene, lange Trainings. Haltedauer und Wiederholungen steigerst du nach und nach. Schon gewusst? Die Emy App erinnert dich auf Wunsch an deine Trainingseinheiten.

Ersetzt ein Beckenbodentrainer den Besuch bei einer Fachperson?

Nein. Er ergänzt die Betreuung durch Physiotherapeut·innen, Hebammen, Ärztinnen oder Ärzte, ersetzt sie aber nicht, vor allem nicht bei anhaltenden Beschwerden oder Schmerzen. Bei Unsicherheit ist ärztlicher Rat immer der erste Schritt. Schon gewusst? Biofeedback wird in der Physiotherapie auch als Ergänzung zwischen zwei Terminen genutzt.

Hilft Biofeedback bei Harninkontinenz?

In einer klinischen Studie am Universitätsklinikum Straßburg berichteten Patientinnen mit Belastungsinkontinenz nach 3 Monaten Training mit dem Emy Trainer zu 98 % von einer verbesserten Lebensqualität (Jochum et al., 2021)¹. Dieses Ergebnis bezieht sich auf eine bestimmte Studienpopulation. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung immer der erste Schritt. Schon gewusst? Ein Rezept für den Emy Trainer kann sowohl deine hausärztliche als auch deine frauenärztliche Praxis ausstellen.

Quellen

  • Pelvic Floor Muscle Rehabilitation Using Biofeedback, Diane Kaschak Newman, July 2014, Urologic Nursing 34(4):193-202 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25233622
  • Prospective evaluation of the connected biofeedback EMY Kegel trainer in the management of stress urinary incontinence, Jochum F et al., February 2022, Journal of Gynecology Obstetrics and Human Reproduction 51(2):102280 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34861424
  • ¹ Klinische Studie zu Emy Trainer: Am Universitätsklinikum Straßburg durchgeführte Studie zur Lebensqualität von über 50 Patienten mit Belastungsinkontinenz. Klinische Studie (Jochum et al., 2021) verfügbar auf go.fizimed.com/studie_overview
  • ² Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung: Emy Trainer ist ein Medizinprodukt zur Beckenbodenrehabilitation im Rahmen der Betreuung von Harninkontinenz bei Frauen. Weitere Informationen im Impressum.
  • ³ bei entsprechender Diagnose und ggf. zzgl. gesetzlicher Zuzahlung
  • ⁴ Die Entscheidung über die medizinische Vertretbarkeit einer Fernbehandlung sowie die Notwendigkeit und Verordnung des Emy Trainers liegt ausschließlich im Ermessen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

FAQ – Intimgesundheit und Beckenboden

Was ist der Beckenboden und wofür ist er da?

Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die das Becken nach unten abschließt, zwischen Schambein und Steißbein. Er stützt die Organe im kleinen Becken (Blase, Gebärmutter, Enddarm), sorgt für die Kontinenz von Blase und Darm und spielt eine Rolle in der Sexualität. Wie jeder Muskel kann er erschlaffen (Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre, wiederholte Belastung) oder im Gegenteil zu angespannt sein.

Wie kann ich meinen Beckenboden stärken?

Spannen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur bewusst an, so als würden Sie einen Wind oder den Harndrang zurückhalten, und zwar nur beim Ausatmen. Üben Sie schrittweise in Rückenlage oder im Vierfüßlerstand. Achten Sie darauf, die Luft nicht anzuhalten und das Gesäß nicht anzuspannen. Ergänzend können Sie zu Hause einen vernetzten Beckenbodentrainer mit Biofeedback wie den Emy Trainer verwenden. Er wird in die Scheide eingeführt und erfasst Ihre Muskelkontraktionen in Echtzeit. Über eine App auf Ihrem Smartphone machen Sie spielerische Übungen und verfolgen Ihre Fortschritte. Bei medizinischer Indikation kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Emy Trainer auf Rezept verordnen.

Woran erkenne ich einen geschwächten Beckenboden?

Eine erschlaffte Beckenbodenmuskulatur äußert sich vor allem durch Harnverlust oder ungewolltes Entweichen von Darmgasen bei körperlicher Anstrengung, wie etwa beim Lachen, Husten oder Springen. Sie kann auch ein Schweregefühl im Unterleib, ein vermindertes Empfindungsvermögen oder Unbehagen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Diese Beschwerden sind in der Praxis häufig und können problemlos angesprochen werden. Nur eine manuelle Untersuchung bei einer Hebamme oder einem Physiotherapeuten kann die Kraft Ihrer Muskulatur genau beurteilen und feststellen, ob eine Rehabilitation erforderlich ist.

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