Ein brennendes Gefühl beim Pinkeln? Schmerzen im Unterleib? Ein häufiges und dringendes Bedürfnis zur Toilette zu gehen? Trüber Urin mit einem ungewöhnlichen Geruch? Kommt Dir eines oder mehrere dieser Symptome bekannt vor? Eine von zwei Frauen ist in ihrem Leben von einer Blasenentzündung (auch als Zystitis oder Harnwegsinfekt bezeichnet) betroffen.

Frau mit Blasenentzüdung
Eine Blasenentzündung (Zystitis) kann im Alltag sehr unangenehm sein.

Was ist eine Zystitis?

Eine Blasenentzündung (auch Zystitis) ist ein Harnwegsinfekt, der ein Organ der Harnwege (Blase, Niere, Harnröhre oder Prostata) betrifft. Besonders Frauen leiden häufig an einer Harnwegsinfektion aufgrund der Größe der Harnröhre und Ihrer Nähe zu Vagina und Anus.
Das liegt daran, dass im Bereich des Anus immer Bakterien vorhanden sind. Diese können die Harnröhre hinauf zur Blase wandern und sich im Urin vermehren.

Die Symptome einer Harnwegsinfektion treten in der Regel plötzlich auf. Häufiger Harndrang, obwohl beim Toilettengang nur einige wenige Tropfen austreten, Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Schambereich!

Gründe und Risikofaktoren für eine Blasenentzündung

In 90% der Fälle steckt das Bakterium Escherichia coli hinter einer Blasenentzündung, das sich normalerweise im Verdauungstrakt befindet. Hinter den verbleibenden 10% stecken Mikroorganismen. Es kommt vor, dass sie die Harnröhre durchqueren und aufgrund ihrer Länge die Blase erreichen. Dann kommt es zu einem Harnwegsinfekt! Eine Blasenentzündung tritt häufig im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr (vor allem zu Beginn bei jungen Frauen) oder in den Wechseljahren auf.

Es gibt zahlreiche Faktoren für eine Blasenentzündung:

  • Geschlechtsverkehr, insbesondere unter Einsatz von Spermizid
  • ein Blasen- oder Genitalvorfall, der eine vollständige Entleerung der Blase verhindert
  • Inkontinenz
  • Östrogenmangel in den Wechseljahren
  • die Schwangerschaft, aufgrund der Kompression der Blase durch die Gebärmutter

Vorsicht bei rezidivierenden Harnwegsinfekten, die mehr als 3-4 Mal pro Jahr auftreten. In diesem Fall ist es ratsam, dass Du regelmäßig zum Arzt gehst, um die Entwicklung zu verfolgen.

Frau in Unterwäsche, Symbolbild Blasenentzündung

Was kann ich bei einer Blasenentzündung tun?

  • Viel Wasser trinken (2,5 l Wasser außerhalb der Mahlzeiten)
  • Trinke Preiselbeersaft: Mit seinen antibakteriellen Eigenschaften hat er eine positive Wirkung auf die Bakterien, die sich im Harnsystem entwickeln.
  • Kräutertee, der die Harnwege „wäscht“ und das Festsetzen von den Bakterien verhindert.
  • Ätherische Öle: Einige Öle haben eine abschwellende und antiseptische Wirkung. Zum Einmassieren in den Unterbauch (Achtung, nicht empfohlen für Schwangere und Kinder).
  • Eine gute Ernährung: Wähle frisches und rohes Gemüse und rohe Zwiebeln.
  • Wenn die Symptome über 48 Stunden hinweg andauern, solltest Du einen Arzt aufsuchen, der dich untersucht. Es genügt hierfür, dass er deinen Urin mit einem Urinteststreifen testet. Wenn er positiv ist, kann der Arzt einen ergänzenden Test zur Untersuchung des Urins auf Bakterien veranlassen. Dieser dient dazu, um die Bakterien zu identifizieren, die die Infektion verursachen. In der Regel verschreibt der Arzt Dir dann ein geeignetes Antibiotikum.

Bevor es jedoch überhaupt erst soweit kommt, kannst Du den Ausbruch einer Blasenentzündung durch Präventivmaßnahmen verhindern:

  • Vermeide duftende Toilettenartikeln, Schaumbäder und Vaginalduschen
  • Gehe nach jedem Geschlechtsverkehr zur Toilette
  • Vermeide Zucker und Alkohol. Beides fördert die Vermehrung von Bakterien.
  • Wische dich auf der Toilette von vorne nach hinten ab
  • Verkneife Dir nicht, auf die Toilette zu gehen!
  • Trainiere deinen Beckenboden, um einen Prolaps oder Inkontinenz zu vermeiden

Wir wissen, wie belastend Blasenentzündungen sein können, deshalb hoffen wir, dass Du dich hiermit von Blasenentzündungen verabschieden kannst. Wir wünschen Dir alles Gute !

FAQ – Intimgesundheit und Beckenboden

Was ist der Beckenboden und wofür ist er da?

Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die das Becken nach unten abschließt, zwischen Schambein und Steißbein. Er stützt die Organe im kleinen Becken (Blase, Gebärmutter, Enddarm), sorgt für die Kontinenz von Blase und Darm und spielt eine Rolle in der Sexualität. Wie jeder Muskel kann er erschlaffen (Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre, wiederholte Belastung) oder im Gegenteil zu angespannt sein.

Wie kann ich meinen Beckenboden stärken?

Spannen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur bewusst an, so als würden Sie einen Wind oder den Harndrang zurückhalten, und zwar nur beim Ausatmen. Üben Sie schrittweise in Rückenlage oder im Vierfüßlerstand. Achten Sie darauf, die Luft nicht anzuhalten und das Gesäß nicht anzuspannen. Ergänzend können Sie zu Hause einen vernetzten Beckenbodentrainer mit Biofeedback wie den Emy Trainer verwenden. Er wird in die Scheide eingeführt und erfasst Ihre Muskelkontraktionen in Echtzeit. Über eine App auf Ihrem Smartphone machen Sie spielerische Übungen und verfolgen Ihre Fortschritte. Bei medizinischer Indikation kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Emy Trainer auf Rezept verordnen.

Woran erkenne ich einen geschwächten Beckenboden?

Eine erschlaffte Beckenbodenmuskulatur äußert sich vor allem durch Harnverlust oder ungewolltes Entweichen von Darmgasen bei körperlicher Anstrengung, wie etwa beim Lachen, Husten oder Springen. Sie kann auch ein Schweregefühl im Unterleib, ein vermindertes Empfindungsvermögen oder Unbehagen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Diese Beschwerden sind in der Praxis häufig und können problemlos angesprochen werden. Nur eine manuelle Untersuchung bei einer Hebamme oder einem Physiotherapeuten kann die Kraft Ihrer Muskulatur genau beurteilen und feststellen, ob eine Rehabilitation erforderlich ist.

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