- Die Blasensenkung, auch Zystozele genannt, ist eine Form der Beckenbodensenkung: Die Blase sinkt in Richtung Scheide ab, weil das stützende Bindegewebe nachlässt. Typisch sind ein Druckgefühl im Unterbauch, ein Fremdkörpergefühl in der Scheide und Harnbeschwerden.
- Die Zystozele wird in 4 Grade eingeteilt und bei einer klinischen Untersuchung durch eine Hebamme, einen Gynäkologen oder einen Urologen diagnostiziert.
- Das Beckenbodentraining ist die Behandlung der ersten Wahl. Pessar und Operation sind weitere Optionen, abhängig vom Grad der Senkung und vom Leidensdruck.
Ein Druckgefühl im Unterbauch oder das Gefühl eines „Fremdkörpers“ in der Scheide sind oft die ersten Warnzeichen einer Beckenbodensenkung, die auch die Blase betreffen kann. In der Fachsprache spricht man dann von einer Zystozele. Eine Senkung betrifft 3 bis 6 % der Frauen auf Basis der wahrgenommenen Symptome und bis zu 50 % laut gynäkologischer Untersuchung (Barber und Maher, 2013). Es ist keine Schicksalsfrage: Es gibt konkrete Lösungen, um im Alltag wieder Wohlbefinden zu finden.
Was ist eine Blasensenkung?
Eine Blasensenkung (Zystozele) ist das Absinken der Blase in Richtung Scheide. Die Wand zwischen Blase und Scheide dehnt sich aus und wölbt sich in die Scheide vor, weil das stützende Bindegewebe (Faszien und Bänder) und die Beckenbodenmuskulatur nachgegeben haben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Prolaps der vorderen Scheidenwand.
Welche Grade der Blasensenkung gibt es?
Fachleute teilen die Zystozele in 4 Grade ein, je nach Lage der Blase im Verhältnis zum Scheideneingang beim Pressen:
- Grad 1: Die Blase sinkt leicht in die Scheide ab, erreicht aber den Scheideneingang nicht. Oft bleibt dieser Grad unbemerkt.
- Grad 2: Die Scheidenwand reicht bis zum Scheideneingang.
- Grad 3: Die Scheidenwand tritt über den Scheideneingang hinaus.
- Grad 4: Die Scheidenwand ist vollständig nach außen gestülpt.
Je weiter die Senkung fortgeschritten ist, desto stärker sind in der Regel die Beschwerden. Der tatsächliche Leidensdruck hängt aber nicht allein vom Grad ab — er bestimmt die Wahl der Behandlung mit.
Welche Symptome treten bei einer Blasensenkung auf?
Die Symptome einer Beckenbodensenkung hängen oft vom Grad des Prolapses ab. In frühen Stadien verursacht die Blasensenkung manchmal keine Beschwerden. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
- Ein Gefühl von Druck im Beckenbereich: ein dumpfer Druck oder Schmerz, oft beschrieben als „etwas drückt nach unten“, der sich zum Abend verstärkt.
- Eine tastbare Vorwölbung: ein Fremdkörpergefühl oder eine sichtbare bzw. tastbare Wölbung am Scheideneingang.
- Harnbeschwerden: Schwierigkeiten, die Blase vollständig zu entleeren, schwacher Harnstrahl, häufiger oder plötzlicher Harndrang (Pollakisurie), Harninkontinenz.
- Dyspareunie: Schmerzen oder Unbehagen beim Geschlechtsverkehr.
Wie erkenne ich eine Blasensenkung?
Wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken, suchen Sie eine Hebamme, einen Gynäkologen oder einen Urologen auf. Die Diagnose stützt sich auf eine klinische Untersuchung: Die Fachkraft bittet Sie zu pressen, um das Ausmaß der Senkung einzuschätzen und den Grad zu bestimmen. Je nach Beschwerden können zusätzliche Untersuchungen, etwa eine urodynamische Abklärung, vorgeschlagen werden.
Welche Ursachen hat eine Blasensenkung?
Eine Blasensenkung entsteht durch die Schwächung der Strukturen, die die Organe im kleinen Becken halten. Mehrere Faktoren spielen oft zusammen:
- Vaginale Geburten, die die Muskeln und das stützende Bindegewebe dehnen.
- Wechseljahre und Alterung, mit dem Rückgang der Östrogene, der das Gewebe weniger belastbar macht.
- Wiederholtes Pressen: chronische Verstopfung, chronischer Husten, häufiges Heben schwerer Lasten.
- Übergewicht, das den Druck auf den Beckenboden erhöht.
- Bestimmte Beckenoperationen, zum Beispiel eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter).
Welche Auswirkungen hat eine Blasensenkung im Alltag?
Über das rein körperliche Unbehagen hinaus kann die Zystozele alle Lebensbereiche berühren:
- Unbehagen im Alltag: Längeres Stehen oder längere Gehstrecken können am Abend anstrengend werden, weil die Schwerkraft den Druck verstärkt.
- Einschränkung sportlicher Aktivitäten: Das Unbehagen oder die Angst, die Symptome zu verschlimmern, hält Frauen oft vom Sport ab.
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte: Wenn sich die Blase schlecht entleert, begünstigt der zurückbleibende Urin (Restharn) das Wachstum von Bakterien.
- Psychische, intime und soziale Belastung: Sorgen um das Körperbild und Harnbeschwerden können zu Rückzug führen und das Intimleben belasten.
Wie wird eine Blasensenkung behandelt?
Es gibt mehrere anerkannte therapeutische Optionen, um eine Blasensenkung zu behandeln — vom Beckenbodentraining über mechanische Hilfsmittel bis zur Operation. Je nach Schweregrad werden konservative Methoden (nicht operativ) immer bevorzugt eingesetzt.
Das Beckenbodentraining
Beckenbodentraining ist die Behandlung der ersten Wahl, um eine Blasensenkung zu behandeln. Durchgeführt mit einer Physiotherapeutin oder einer Hebamme, zielt es darauf ab, den Beckenboden zu stärken, damit er die Organe besser stützt. Kegelübungen und Biofeedback sind besonders wirksam, um zu lernen, den Beckenboden bei Belastung bewusst anzuspannen. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel. In Deutschland wird Beckenbodentraining häufig als Teil der Rückbildungsgymnastik oder einer Reha-Maßnahme von der Krankenkasse übernommen.
Emy Trainer: Technologie im Dienst Ihres Beckenbodens
Genau an diesem Punkt setzt die Lösung Emy an. Die vernetzte Sonde, ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt, nutzt die Technologie des Biofeedbacks: Sie erfasst Ihre Beckenbodenkontraktionen und überträgt sie in Echtzeit auf Ihr Smartphone über spielerische Anwendungen.
- Nachgewiesene Wirksamkeit: Sie visualisieren Ihre Übungen, sodass Sie die Kegelübungen korrekt ausführen können, ohne Gefahr, nach unten zu pressen.
- Selbstständigkeit und Komfort: Sie trainieren zu Hause in Ihrem Rhythmus, ergänzend zu Ihren Sitzungen bei einer Fachkraft.
Interessant ist auch: 2 von 3 Frauen, die den Emy Trainer langfristig für ihr Beckenbodentraining verwenden, berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer prolapsbedingten Symptome (laut einer Umfrage unter unseren Nutzerinnen).
Was unsere Nutzerinnen sagen
Die Wirkung eines aktiven Beckenbodentrainings zeigt sich am besten in den Erfahrungen derjenigen, die den Schritt gewagt haben:
„Ich habe die Wirkung der Emy-Trainer-Sonde bemerkt, als ich das Gewicht meiner Blase weniger spürte. Außerdem nehme ich die Kontraktionen meines Beckenbodens besser wahr und bin mir dieser Muskeln viel bewusster.“ – Maryse (ursprünglich auf Französisch gesammeltes Zeugnis) (das vollständige Zeugnis lesen)
„Ich bin sehr zufrieden mit dieser Sonde, Emy ist wirklich wirksam. Nach 2 Wochen Anwendung spüre ich bereits Verbesserungen an meinem Beckenboden.“ – Monique (ursprünglich auf Französisch gesammeltes Zeugnis) (das vollständige Zeugnis lesen)
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Das Tragen eines Pessars
Ein Pessar ist ein Silikonhilfsmittel, das in die Scheide eingesetzt wird, um die Blase zu stützen. Es ist eine invasive Lösung, aber sehr wirksam, um die Symptome unmittelbar zu lindern, insbesondere bei körperlichen Aktivitäten oder für Patientinnen, die eine Operation vermeiden möchten.
Die Operation
Eine Operation einer Beckenbodensenkung wird in Betracht gezogen, wenn die konservativen Behandlungen nicht ausreichen und der Prolaps die Lebensqualität spürbar beeinträchtigt. Ziel ist es, die Blase wieder in ihre Position zu bringen und das stützende Gewebe zu verstärken — je nach Fall vaginal oder laparoskopisch. Die Genesungszeit und der Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Aktivitäten werden von Ihrer Operateurin oder Ihrem Operateur festgelegt.
Wie lässt sich eine Blasensenkung natürlich lindern?
Um das Fortschreiten zu bremsen und die Beschwerden zu lindern, sind einige Alltagsgewohnheiten entscheidend:
- Hypopressive Gymnastik praktizieren: Im Gegensatz zu klassischen Bauchmuskelübungen senkt sie den intra-abdominalen Druck und „hebt“ die Organe wieder an.
- Verstopfung vermeiden: Pressen beim Stuhlgang verstärkt den Prolaps. Es empfiehlt sich, die Füße auf der Toilette auf einen kleinen Hocker zu stellen.
- Lasten umsichtig heben: Vermeiden Sie es, schwere Gegenstände zu tragen. Lernen Sie, Ihren Beckenboden vor jeder Anstrengung bewusst anzuspannen (Husten, Niesen, Heben) und atmen Sie während der Anstrengung immer aus, während Sie den Beckenboden mitnehmen.
FAQ — Blasensenkung
Kann eine Blasensenkung von selbst verschwinden?
Eine Blasensenkung bildet sich in der Regel nicht von selbst zurück. In frühen Stadien kann sie aber lange stabil bleiben, und die Beschwerden lassen sich durch Beckenbodentraining, ein Pessar und gesunde Alltagsgewohnheiten lindern. Eine regelmäßige ärztliche Begleitung hilft, die Behandlung anzupassen.
Blasensenkung Grad 1: Was ist zu tun?
Bei Grad 1 verursacht die Zystozele oft kaum oder keine Beschwerden. Im Mittelpunkt stehen das Beckenbodentraining mit einer Fachkraft und das Vermeiden von Druck auf den Beckenboden (Verstopfung, Heben schwerer Lasten).
Kann es nach einer Hysterektomie zu einer Blasensenkung kommen?
Ja, die Entfernung der Gebärmutter zählt zu den Faktoren, die eine Beckenbodensenkung, auch eine Zystozele, begünstigen können. Wenn Sie nach dem Eingriff ein Druckgefühl oder Harnbeschwerden bemerken, besprechen Sie das mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.
Kann eine Blasensenkung Harnwegsinfekte verursachen?
Ja. Wenn sich die Blase schlecht entleert, begünstigt der zurückbleibende Urin das Wachstum von Bakterien und kann zu wiederkehrenden Blasenentzündungen führen. Bei wiederholten Infekten sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Kann man mit einer Blasensenkung Sex haben?
Ja. Eine Senkung kann den Komfort oder die Lust verändern, Geschlechtsverkehr bleibt aber möglich. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Artikel zum Sex mit einer Beckenbodensenkung.
Das Wichtigste in Kürze
Die Blasensenkung ist eine häufige Erkrankung, die eine angepasste Behandlung erfordert. Wer bereits bei den ersten Symptomen handelt, kann das Fortschreiten des Prolapses stoppen und die Lebensqualität zurückgewinnen.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Ein ungewohntes Druckgefühl oder Harninkontinenz sind Warnsignale, die eine Konsultation rechtfertigen.
- Setzen Sie auf konservative Behandlungen: Beckenbodentraining und Pessar sind wirksame Lösungen, um eine Zystozele zu stabilisieren, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird.
- Stärken Sie Ihren Beckenboden mit Emy: Regelmäßiges Beckenbodentraining ist entscheidend. Die Emy-Trainer-Sonde, ein Medizinprodukt mit Biofeedback-Technologie, ermöglicht Ihnen klinisch validierte Übungen zu Hause, um Ihren Beckenboden nachhaltig zu stärken und Ihre Harnbeschwerden wirksam zu bewältigen.
Quellen
- Le prolapsus génital (ou « descente d’organes ») : Fiche d’information, Haute Autorité de Santé (HAS), Avril 2022, Fiche Patient (HAS) – Link
- Comprendre le prolapsus génital ou « descente d’organes », l’Assurance Maladie (Ameli.fr), Février 2026, Ameli.fr – Link
- Prolapsus de la paroi vaginale antérieure et postérieure, Charles Kilpatrick, Septembre 2024, Le Manuel MSD – Link
- Epidemiology and outcome assessment of pelvic organ prolapse, Matthew D Barber, Christopher Maher, November 2013, International Urogynecology Journal 24(11):1783-90 – Link
- Vaginal pessary for prolapse: anchor, wedge, and ball/socket—a proposed classification system based on its mechanism of action, S. Abbas Shobeiri, Manon H. Kerkhof, Liesbeth P. J. van der Loo, S. J. C. M. (Stanny) Luykx, Hans Peter Dietz, February 2016, International Urogynecology Journal 27(2):299-304 – Link
- Prospective evaluation of the connected biofeedback EMY Kegel trainer in the management of stress urinary incontinence, Jochum F et al., February 2022, Journal of Gynecology Obstetrics and Human Reproduction 51(2):102280 – Link





