Biofeedback und Elektrostimulation sind zwei weit verbreitete und häufig genutzte Techniken für die Beckenbodenrückbildung. Es ist wichtig, dass du die Unterschiede zwischen beiden verstehst und die Methode wählst, die am besten zu dir passt. Hier findest du eine ausführliche Erklärung und einen Vergleich zwischen Elektrostimulation und Biofeedback.

Elektrostimulation VS Biofeedback
Diese beiden Techniken haben nicht viel gemeinsam, außer ihrem Hauptziel: deinen Beckenboden zu trainieren und zu stärken. Biofeedback und die Elektrostimulation des Beckenbodens sind zwei Methoden, die klassisch von medizinischem Fachpersonal genutzt werden.
Die gute Nachricht ist, dass Frauen nach Rücksprache mit einer Fachperson ihren Beckenboden dank lösungen für das Training zuhause weiterhin zu Hause trainieren können. Schauen wir uns nun die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden Gerätetypen genauer an.
Beckenbodenrückbildung mit Elektrostimulation
Bei der Elektrostimulation handelt es sich um kleine elektrische Ströme, die deinen Beckenboden stimulieren. Genauer gesagt, liefert eine vaginale Sonde, die mit einer Steuereinheit verbunden ist, elektrische Impulse, die die Muskeln deines Beckenbodens reflexartig anregen.
Du musst also keine Anstrengung unternehmen. Hier arbeitet der Elektrostimulations-Beckenbodentrainer für dich, während du passiv bist.
Wozu dient die Elektrostimulation des Beckenbodens?
Elektrostimulation kann hilfreich sein, wenn du deinen Beckenboden nicht spürst oder nicht bewusst anspannen kannst. Die elektrischen Impulse helfen dir, ihn besser wahrzunehmen und zu wissen, wo er sich befindet. Bei dieser Methode führst du keine willentlichen Beckenbodenkontraktionen aus.
Das bedeutet, dass du mit der Elektrostimulation keine bewussten Beckenbodenübungen lernst. Es sind unwillkürliche Kontraktionen, die den Beckenboden stimulieren.
Wann ist eine Rückbildung mit Elektrostimulation sinnvoll?
Im Rahmen der postnatalen Beckenbodenrückbildung rät die ANAES von der Elektrostimulation ab, da bei der Geburt häufig Nervenschäden auftreten. Häufig nutzen Frauen die Elektrostimulation nur kurzfristig und als Erstmaßnahme, um ihren Beckenboden besser zu lokalisieren.

Sobald das gut gelingt, empfehlen Fachpersonen, aktiv und langfristig Übungen zu machen, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.
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Beckenbodenrückbildung mit Biofeedback
Im Gegensatz zur Elektrostimulation basiert das Biofeedback auf dem Erlernen der bewussten Anspannung. Mit dieser Methode liegt die Kontrolle bei dir, der Frau. die den Beckenboden bewusst anspannt. Biofeedback ermöglicht es dir also, bei deinem Beckenbodentraining aktiv zu sein. Konkret erfasst und zeichnet ein vaginaler Beckenbodentrainer die Muskelkontraktionen deines Beckenbodens auf.
Das Signal wird dann in Echtzeit visuell auf dem Bildschirm eines Geräts an die Nutzerin übertragen. Diese Technik hilft dir, deine Beckenboden-Kontraktionen in Echtzeit sichtbar zu machen. Mit dieser Rückmeldung kannst du feststellen, ob du die Übung korrekt ausgeführt und deinen Beckenboden richtig angespannt hast.

Wozu dient Biofeedback für den Beckenboden?
Biofeedback ist ideal, um alle Beckenbodenmuskeln gezielt zu trainieren. Es ist eine Methode, die es dir erlaubt, willentliche Kontraktionen des Beckenbodens durch abwechselnde Anspannungs- und Entspannungsübungen zu üben.
Außerdem ist es eine sportliche und natürliche Lösung, denn du stärkst deinen Beckenboden selbst. Biofeedback-Beckenbodentrainer fungieren als Sensoren, die deine Muskelkontraktionen messen und dir so deinen Fortschritt anzeigen. Du bist es selbst, die arbeitet und lernt, ihre Beckenbodenmuskeln zu kontrollieren während der Rückbildungstrainings.
Zusammengefasst ist Biofeedback ein kraftvolles Werkzeug, das deine Körper-Gehirn-Verbindung verbessert und stärkt, wenn du lernst, es richtig einzusetzen. Laut wissenschaftlicher Literatur ist es eine der effektivsten Methoden zur Beckenbodenstärkung nach der Geburt.
Wann ist Beckenbodentraining mit Biofeedback sinnvoll?
Biofeedback hilft dir, die bewusste Anspannung der Beckenbodenmuskulatur zu erlernen und vor allem, ein Bewusstsein für ihre Funktion zu entwickeln. Es gibt keine Gegenanzeigen für eine Beckenbodenrückbildung nach der Geburt.
Im Gegensatz zur Elektrostimulation kannst du mit Biofeedback eine hohe Kontrolle über deinen Beckenboden erlangen. Diese Methode ermöglicht es dir auch, automatische und reflektorische Kontraktionen zu trainieren, die deinen Beckenboden im Alltag schützen (beim Husten, Niesen, Heben schwerer Lasten etc.).

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Elektrostimulation und Biofeedback: 2 sich ergänzende Techniken
Elektrostimulation des Beckenbodens kann ein Einstieg in das Biofeedback sein. Diese Technik ist hilfreich, wenn du deinen Beckenboden nicht spürst oder nicht weißt, wie du ihn anspannst. Durch Variation der elektrischen Stromstärke kann dein Beckenboden auf unterschiedliche Weise trainiert werden. Je nach gewähltem Programm kannst du ein zielgerichtetes Training durchführen, das auf die Art deiner Inkontinenz abgestimmt ist.
Sobald du deinen Beckenboden ausreichend spürst, um ihn selbst anzuspannen, kannst du auf ein Biofeedback-Gerät umsteigen. In jedem Fall ist es wichtig, wissen den Beckenboden richtig anspannen, bevor du mit der Biofeedback-Technologie beginnst.
Vor- und Nachteile von Elektrostimulations- und Biofeedback-Geräten
Dauer der Trainingssitzungen und Trainingsfrequenz
Die Dauer einer Elektrostimulations-Trainingseinheit ist eher lang und hängt vom gewählten Programm ab. Die Sitzungen dauern im Durchschnitt zwischen 20 und 60 Minuten. Außerdem wird empfohlen, die Sitzungen je nach Gerät 2 bis 5 Mal pro Woche durchzuführen.
Biofeedback-Trainingssitzungen sind kürzer und variieren zwischen 5 und 20 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach dem Bedarf (Prävention, Harninkontinenz, Senkung …) und kann je nach Fall zwischen 1 und 5 Mal pro Woche liegen.
Bei besonders komplexen Situationen kann die Anzahl der Behandlungssitzungen deutlich höher sein. Ein häufiges Problem bei der Beckenbodenrückbildung ist die Konsequenz beim regelmäßigen Beckenbodentraining, das oft als mühsam empfunden wird. In jedem Fall gilt: Egal welche Methode du verwendest, um schnelle Ergebnisse zu sehen, musst du bei deinen Übungen so regelmäßig wie möglich bleiben.

Empfohlene Position bei der Anwendung
Die einzige empfohlene Position bei einem elektrischen Beckenbodentrainer ist in der Regel die Lage. Die Geräte sind oft verkabelt und mit einer Steuerbox verbunden, was die Bewegungsfreiheit stark einschränkt.
Biofeedback-Geräte sind überwiegend kabellos und mit dem Smartphone verbunden. Diese Konfiguration ermöglicht eine größere Bewegungsfreiheit. Die Übungen können in verschiedenen Positionen durchgeführt werden, wie liegend, sitzend oder stehend. Die Bewegungen sind damit so nah wie möglich an einem Training unter „echten“ Bedingungen.
Bedienkomfort und Motivation bei der Anwendung
Elektrostimulationsgeräte sind relativ einfach zu bedienen. Sie haben meist nur wenige Tasten und ein kleines Display, auf dem die Informationen zur Sitzung angezeigt werden (Programm, Dauer, Stimulationsintensität). Achtung bei der Anwendung: Die Nutzerin kann Schmerzen verspüren, insbesondere wenn die Intensität des elektrischen Stroms falsch eingestellt wird.
Wie bei elektrischen Beckenbodentrainern sind auch Biofeedback-Geräte einfach zu bedienen. Die Anweisungen auf dem Smartphone leiten dich durch die Übungen. Die während der Sitzung durchzuführenden Übungen werden auf dem Bildschirm in Form von spielerischen Mini-Spielen dargestellt.
Du kannst deine Muskelanspannungen in Echtzeit sehen. Biofeedback-Geräte senden keine elektrischen Impulse oder Vibrationen aus. Schmerzen sind bei dieser Art von Gerät daher seltener.
Außerdem ermöglichen Biofeedback-Geräte eine langfristige Nachverfolgung deiner Trainingsfortschritte. verschiedene Muskelindikatoren. Man könnte sie mit virtuellen Coach*innen vergleichen, die dich motiviert halten, damit du deine Beckenbodentrainingsübungen langfristig durchführst.
Einige Geräte wie der Emy Beckenbodentrainer bieten sogar eine personalisierte Behandlung durch Fachpersonen, um das Training zu Hause individuell auf jede Mama anzupassen. Das ist ein echter Vorteil, denn so kann jede Mama ein zielgerichteteres Training absolvieren. Mit maßgeschneiderten Übungen trainieren die Patientinnen zu Hause mit maximaler Effizienz.

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Elektrostimulation oder Biofeedback für meinen Beckenboden?
Beide Techniken haben jeweils eigene Vorteile und Funktionen. Wenn du nur einen großen Unterschied merken möchtest: Bei der Elektrostimulation bist du passiv (Elektrostimulation des Beckenbodens), beim Biofeedback bist du aktiv. Je nach deiner Motivation und Situation passt die eine oder andere Methode besser zu dir. 
Du spürst deinen Beckenboden nicht und weißt nicht, wie du ihn anspannst? Starte mit Elektrostimulations-Trainings.
Du kannst deinen Beckenboden schon gut anspannen? Du möchtest ihn weiter stärken, um reflektorische Kontraktionen zu entwickeln und ihn im Alltag zu schützen? Biofeedback ist genau das Richtige für dich!
Dein Beckenboden ist vielleicht zu angespannt und nicht entspannt genug? Du leidest eventuell an einer psychischen Störung oder einer schweren Depression? Weder Biofeedback noch Elektrostimulation könnten für dich oder deine Situation geeignet sein. Am sichersten ist es, eine Fachperson aufzusuchen, um die beste Lösung für dich zu finden.
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Pass gut auf dich auf… und auf deinen Beckenboden 🌸




