Die Perimenopause ist die Übergangszeit, mit der die Wechseljahre beginnen. Sie startet meist einige Jahre vor der letzten Regelblutung. Oft kündigt sie sich zuerst über den Zyklus an: Deine Periode kommt früher oder später als gewohnt, ist stärker oder schwächer.

Dazu können weitere Anzeichen kommen, z. B. Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Auch Blase und Beckenboden können sich bemerkbar machen, etwa durch häufigeren Harndrang oder Blasenschwäche. Jede Frau erlebt diese Phase anders: Manche merken kaum etwas, andere fühlen sich im Alltag deutlich eingeschränkt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Beginn und Dauer: Wann die Perimenopause startet, wie lange sie dauert und was in deinem Körper passiert.
  • Symptome und Hormone: Welche Beschwerden typisch sind und welche Rolle Östrogen und Progesteron spielen.
  • Blase und Beckenboden: Warum Blasenschwäche in den Wechseljahren häufiger wird und wie dich der smarte Emy Trainer beim Beckenbodentraining begleiten kann.

Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause beschreibt die Zeit rund um die Menopause. Sie beginnt mit den ersten hormonellen Veränderungen und reicht bis etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung. In dieser Phase arbeiten deine Eierstöcke zunehmend unregelmäßig. Die Hormonspiegel schwanken, und die Produktion der Sexualhormone nimmt insgesamt ab.

Perimenopause und Menopause sind nicht dasselbe. Die Menopause ist deine letzte Regelblutung. Sie lässt sich erst im Nachhinein bestimmen, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist und es dafür keine andere Ursache gibt. Danach beginnt die Postmenopause (Harlow et al., 2012).

Perimenopause oder Prämenopause: Was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt. Prämenopause meint ganz allgemein die Zeit vor der Menopause. Die Perimenopause beschreibt genauer die Übergangsjahre, in denen die hormonellen Schwankungen spürbar werden. Wenn du die einzelnen Phasen kennst, kannst du Veränderungen an deinem Körper besser einordnen.

Wann beginnt die Perimenopause?

Bei vielen Frauen beginnt die Perimenopause in den 40ern. Der genaue Zeitpunkt ist aber sehr individuell: Bei manchen zeigt sich die hormonelle Umstellung früher, bei anderen später.

Zu Beginn verändern sich meist die Abstände zwischen den Perioden. Sie werden kürzer oder länger, und auch Stärke und Dauer der Blutung können sich von früher unterscheiden. Im weiteren Verlauf kommt die Regel immer unregelmäßiger und bleibt schließlich ganz aus. Übrigens: Viele Frauen sind schon mitten in der Perimenopause, bevor sie die ersten Anzeichen bewusst wahrnehmen.

Was passiert in der Perimenopause im Körper?

Im Mittelpunkt steht die hormonelle Umstellung. Deine Eierstöcke arbeiten nicht mehr im gewohnten Rhythmus. Dadurch schwanken vor allem die Sexualhormone Östrogen und Progesteron, zeitweise sogar deutlich. Mit der Zeit sinkt ihre Produktion insgesamt.

Dabei ist nicht ein einzelnes Hormon verantwortlich, sondern das veränderte Zusammenspiel mehrerer Botenstoffe. Die Folgen betreffen nicht nur deinen Zyklus. Auch Schlaf, Stimmung, Haut und Schleimhäute sowie Blase und Beckenboden reagieren auf die neue Hormonlage. Welche Anzeichen auf ein hormonelles Ungleichgewicht hindeuten können, erfährst du in unserem Ratgeber.

Woran merkst du die Perimenopause?

Viele Frauen bemerken die Perimenopause zuerst an ihrer Periode. Daneben gibt es eine Reihe weiterer möglicher Symptome der Perimenopause:

  • unregelmäßige Menstruation
  • Hitzewallungen und Nachtschweiß
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- oder Gelenkbeschwerden
  • Veränderungen der Lust auf Sex (mehr dazu in unserem Artikel über Beckenboden und Sexualität)
  • vaginale Trockenheit
  • häufigerer Harndrang, z. B. bei einer Dranginkontinenz, oder Blasenschwäche

Wie stark diese Beschwerden sind, ist von Frau zu Frau verschieden und kann sich sogar von Monat zu Monat ändern. Wichtig: Nicht jede neue Beschwerde kommt automatisch von der Perimenopause. Bei ungewohnten oder starken Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Einen Überblick über alle typischen Symptome der Wechseljahre findest du in unserem Ratgeber.

Schlafstörungen und Nachtschweiß

Hitzewallungen und Nachtschweiß können deine Nachtruhe spürbar stören. Außerdem hängen hormonelle Prozesse eng mit deinem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen. Schläfst du über längere Zeit schlecht, fühlst du dich tagsüber oft müde, weniger leistungsfähig oder gereizt.

Im Zusammenhang mit Schlafproblemen wird auch das körpereigene Hormon Melatonin diskutiert. Möchtest du entsprechende Präparate ausprobieren, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, vor allem wenn du Vorerkrankungen hast oder Medikamente einnimmst.

Kann die Perimenopause Schmerzen verursachen?

Manche Frauen berichten in dieser Zeit von Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkbeschwerden, Brustspannen, Beschwerden im Unterleib oder Schmerzen beim Sex. Solche Beschwerden können aber viele Ursachen haben und hängen nicht zwangsläufig mit der hormonellen Umstellung zusammen. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen solltest du sie deshalb ärztlich abklären lassen. Mögliche Ursachen erklären wir dir in unserem Artikel über Beckenschmerzen bei Frauen.

Wie lange dauert die Perimenopause?

Die Perimenopause erstreckt sich meist über mehrere Jahre, einen festen Zeitraum gibt es nicht. Bei manchen Frauen verläuft der Übergang langsam, bei anderen schneller. Einzelne Beschwerden können kommen, wieder verschwinden oder später stärker werden.

Die Perimenopause endet etwa ein Jahr nach der Menopause, also nach deiner letzten Regelblutung. Danach sprechen Fachleute von der Postmenopause.

Kannst du in der Perimenopause noch schwanger werden?

Ja. Auch wenn deine Periode unregelmäßig kommt, ist in der Perimenopause noch ein Eisprung möglich. Deshalb brauchst du weiterhin eine zuverlässige Verhütung, wenn du nicht schwanger werden möchtest. Wie lange und womit du verhütest, besprichst du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Wie wird die Perimenopause festgestellt?

Eine eindeutige Diagnose über einen einzelnen Test gibt es meist nicht. Deine Ärztin oder dein Arzt betrachtet mehrere Faktoren: dein Alter, deinen Zyklus, deine Vorgeschichte und deine Beschwerden. Ein Hormontest liefert nicht immer eine klare Antwort, weil die Hormonwerte in der Perimenopause stark schwanken können. Eine Untersuchung hilft außerdem, andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Ein kleiner Tipp für das Arztgespräch: Führe über einige Monate ein Symptomtagebuch. Notiere darin z. B. deine Periode, deinen Schlaf, Hitzewallungen und deine Stimmung. So erkennst du persönliche Muster und kannst sie gezielt ansprechen.

Perimenopause und Blasenschwäche: Welche Rolle spielt der Beckenboden?

In den Wechseljahren rücken Blase und Beckenboden bei vielen Frauen stärker in den Fokus. Der sinkende Östrogenspiegel wirkt sich auf Gewebe und Schleimhäute im Intimbereich und in den Harnwegen aus. Fachgesellschaften fassen diese Veränderungen als urogenitales Menopausensyndrom zusammen (Portman et al., 2014). Dazu können z. B. vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Sex, häufiger Harndrang und wiederkehrende Harnwegsinfekte gehören.

Blasenschwäche hat aber meist mehrere Ursachen. Neben den Hormonen spielen z. B. frühere Schwangerschaften und Geburten, körperliche Belastung und die Kraft der Beckenbodenmuskulatur eine Rolle. Und ganz wichtig: Blasenschwäche ist kein Tabuthema. Sprich sie bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder bei spezialisierten Physiotherapeut·innen an. Erste Tipps findest du in unserem Artikel Was tun bei Blasenschwäche?

Warum lohnt sich Beckenbodentraining in den Wechseljahren?

Dein Beckenboden stützt u. a. Blase, Gebärmutter und Darm. Gezieltes Beckenbodentraining in den Wechseljahren hilft dir, diese Muskeln bewusst wahrzunehmen und zu kräftigen. Bei bestimmten Formen der Blasenschwäche, vor allem bei Belastungsinkontinenz, ist es laut einer Cochrane-Übersichtsarbeit eine gut untersuchte erste Maßnahme (Dumoulin et al., 2018). Wie die Übungen funktionieren, erklären wir dir Schritt für Schritt in unserem Artikel über Kegelübungen.

Gerade am Anfang ist es oft schwer zu spüren, ob du deinen Beckenboden wirklich anspannst. Hier kann dich der Emy Trainer begleiten. Der smarte Biofeedback-Beckenbodentrainer zeigt dir in der Emy App in Echtzeit, ob du deinen Beckenboden aktivierst und wieder entspannst. Mini-Spiele, die sich deinem Niveau anpassen, machen dein Training abwechslungsreich, ganz diskret bei dir zu Hause. Der Emy Trainer ist ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt². 

💡 Gut zu wissen: Bei Inkontinenz kann dein Emy Beckenbodentrainer zu 100 % erstattet werden³.

Alles, was du dafür brauchst, ist ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt:

  • In wenigen Minuten per Videosprechstunde erhältlich⁴
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Was hilft in der Perimenopause?

Die eine Lösung für alle gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Beschwerden bei dir im Vordergrund stehen und wie stark sie deinen Alltag beeinflussen. Nicht jede Frau braucht eine medizinische Behandlung. Ein gesunder Lebensstil kann dein Wohlbefinden aber gut unterstützen:

  • regelmäßige Bewegung, z. B. Krafttraining für Muskeln und Knochen
  • eine ausgewogene Ernährung
  • genug Erholung und ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus
  • ein bewusster Umgang mit Stress
  • Beckenbodentraining, vor allem bei Blasenschwäche

Du musst belastende Beschwerden nicht einfach hinnehmen. Wenn du nicht weiterweißt, lass dich ärztlich beraten.

Zahlreiche weitere hilfreiche Infos rund um diese Lebensphase findest du im Wechseljahre-Guide von xbyx.

Ist eine Hormontherapie in der Perimenopause sinnvoll?

Bei stärkeren Wechseljahresbeschwerden kann im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt auch eine Hormontherapie zur Sprache kommen. Ob sie für dich infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Situation, deiner Vorgeschichte und möglichen Risikofaktoren ab. Nutzen und Risiken solltest du deshalb immer individuell besprechen. Eine pauschale Empfehlung für alle Frauen gibt es nicht.

Perimenopause, Osteoporose und Herzgesundheit

Sexualhormone wirken auch auf Knochen und Stoffwechsel. Mit zunehmendem Alter steigt bei Frauen das Risiko für Osteoporose, und auch Herz und Kreislauf verdienen mehr Aufmerksamkeit. Die Perimenopause bedeutet aber nicht automatisch, dass du eine dieser Erkrankungen bekommst. Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Vorsorge können zu deiner langfristigen Gesundheit beitragen.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Nicht jedes Symptom braucht eine Behandlung. Einige Signale solltest du aber immer ärztlich abklären lassen:

  • ungewöhnlich starke Blutungen
  • Blutungen zwischen den Perioden
  • starke oder anhaltende Schmerzen
  • plötzlich auftretende Beschwerden
  • ausgeprägte Blasenprobleme
  • eine deutliche Einschränkung deiner Lebensqualität

Deine Ärztin oder dein Arzt kann deine Beschwerden einordnen, andere Ursachen ausschließen und mit dir eine passende Behandlung finden.

Perimenopause: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Perimenopause ist die natürliche Übergangsphase der Wechseljahre. Sie beginnt meist in den 40ern, dauert mehrere Jahre und endet etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung.
  • Typisch sind ein unregelmäßiger Zyklus, Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen. Auch Blase und Beckenboden können betroffen sein.
  • Bei Blasenschwäche ist Beckenbodentraining eine gute erste Maßnahme. Der smarte Emy Trainer zeigt dir dabei per Biofeedback, ob du deinen Beckenboden aktivierst, und kann bei Inkontinenz auf Rezept erstattet werden³.

 

Quellen

  • Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10: addressing the unfinished agenda of staging reproductive aging, Siobán D. Harlow et al., April 2012, Menopause 19(4):387-95 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22343510
  • Genitourinary syndrome of menopause: new terminology for vulvovaginal atrophy from the International Society for the Study of Women's Sexual Health and the North American Menopause Society, David J. Portman, Margery L. S. Gass, October 2014, Menopause 21(10):1063-8 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25160739
  • Pelvic floor muscle training versus no treatment, or inactive control treatments, for urinary incontinence in women, Chantale Dumoulin, Licia P. Cacciari, E. Jean C. Hay-Smith, October 2018, Cochrane Database of Systematic Reviews 10(10):CD005654 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30288727
  • Prospective evaluation of the connected biofeedback EMY Kegel trainer in the management of stress urinary incontinence, Jochum F et al., February 2022, Journal of Gynecology Obstetrics and Human Reproduction 51(2):102280 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34861424

FAQ – Intimgesundheit und Beckenboden

Was ist der Beckenboden und wofür ist er da?

Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die das Becken nach unten abschließt, zwischen Schambein und Steißbein. Er stützt die Organe im kleinen Becken (Blase, Gebärmutter, Enddarm), sorgt für die Kontinenz von Blase und Darm und spielt eine Rolle in der Sexualität. Wie jeder Muskel kann er erschlaffen (Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre, wiederholte Belastung) oder im Gegenteil zu angespannt sein.

Wie kann ich meinen Beckenboden stärken?

Spannen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur bewusst an, so als würden Sie einen Wind oder den Harndrang zurückhalten, und zwar nur beim Ausatmen. Üben Sie schrittweise in Rückenlage oder im Vierfüßlerstand. Achten Sie darauf, die Luft nicht anzuhalten und das Gesäß nicht anzuspannen. Ergänzend können Sie zu Hause einen vernetzten Beckenbodentrainer mit Biofeedback wie den Emy Trainer verwenden. Er wird in die Scheide eingeführt und erfasst Ihre Muskelkontraktionen in Echtzeit. Über eine App auf Ihrem Smartphone machen Sie spielerische Übungen und verfolgen Ihre Fortschritte. Bei medizinischer Indikation kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Emy Trainer auf Rezept verordnen.

Woran erkenne ich einen geschwächten Beckenboden?

Eine erschlaffte Beckenbodenmuskulatur äußert sich vor allem durch Harnverlust oder ungewolltes Entweichen von Darmgasen bei körperlicher Anstrengung, wie etwa beim Lachen, Husten oder Springen. Sie kann auch ein Schweregefühl im Unterleib, ein vermindertes Empfindungsvermögen oder Unbehagen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Diese Beschwerden sind in der Praxis häufig und können problemlos angesprochen werden. Nur eine manuelle Untersuchung bei einer Hebamme oder einem Physiotherapeuten kann die Kraft Ihrer Muskulatur genau beurteilen und feststellen, ob eine Rehabilitation erforderlich ist.

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