Du bist schwanger und hast schon mal was von Beckenbodenmassage gehört? Hier erfährst du, was wirklich dahintersteckt und wie sie dir hilft, dich ganz entspannt auf die Geburt vorzubereiten und deinen Beckenboden fit zu halten.
Das Wichtigste auf einen Blick:
● Sorgt für mehr Elastizität: Sie macht das Gewebe dehnbarer und verringert das Risiko von Schnitten und schwereren Verletzungen während der Geburt um rund 15 %.
● Die Muskulatur auf die Geburt vorbereiten: 3 bis 10 Minuten pro Tag ab dem 8. Schwangerschaftsmonat (35. Schwangerschaftswoche) reichen aus, um den Bereich vorzubereiten.
● Im Wochenbett weiterführen: Nach der Geburt übernimmt der smarte Beckenbodentrainer Emy Trainer und hilft dir dabei, den Beckenboden zu Hause wieder zu kräftigen.
Warum solltest du deinen Beckenboden massieren?
Meistens hören Frauen während der Schwangerschaft zum ersten Mal von ihrem Beckenboden. Dieses Muskelgeflecht zieht sich vom Schambein bis zum Steißbein und ähnelt einer kleinen Hängematte, die die inneren Organe stützt. Er spielt eine grundlegende Rolle für die Kontinenz und die sexuelle Funktion.
Den eigenen Beckenboden in der Schwangerschaft kennenlernen
Dein Beckenboden muss in der Schwangerschaft echt einiges leisten. Neun Monate lang trägt er das ständige Gewicht deines Babys und wenn das Baby dann auf die Welt kommt, wird er noch mal richtig gefordert.
Der Beckenboden wird während deiner Schwangerschaft stark belastet. Das Gewicht des Babys, das 9 Monate lang auf ihm lastet, und die eigentliche Geburt sind nur einige Beispiele für die Veränderungen, denen er standhalten muss.
Wenn du lernst, ihn zu massieren, nimmst du ihn bewusster wahr und lernst deinen Beckenboden besser kennen. Außerdem bereitest du so den gesamten Bereich auf die Geburt vor.
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Wie du deinen Beckenboden bei der Geburt bewusst entspannst
Zum Zeitpunkt der Geburt ist es wichtig zu lernen, den Beckenboden lockerzulassen: Er wird sich mit dem Durchtritt des Babys stark dehnen. Bei den Presswehen setzt ein Schutzreflex zur Anspannung ein. Dann musst du in der Lage sein, diesen Reflex zu unterdrücken, damit der Geburtsverlauf nicht gebremst wird.
Man könnte den Beckenboden mit einem Gummiband vergleichen, das sich in dem Moment, in dem der Kopf des Babys durchtritt, maximal spannt. Deshalb ist es besser, dieses „Gummiband“ gut vorzubereiten, damit es sich so weit wie möglich entspannen und dehnen kann.
Beckenverletzungen begrenzen und vorbeugen
Während der Schwangerschaft wirken Hormone (insbesondere Relaxin) auf den Tonus des Beckenbodens und machen ihn elastischer. Die Beckenbodenmassage verstärkt diesen Effekt, indem sie die Elastizität des Beckengewebes verbessert und die Muskeln dehnbar macht. Regelmäßig durchgeführt, macht sie das Gewebe widerstandsfähiger und kann das Risiko für eine Episiotomie und Verletzungen bei der Geburt verringern.
Atmung trainieren und Entspannung fördern
Die Beckenbodenmassage ist ein Moment der Entspannung. In dieser Phase der körperlichen und mentalen Ruhe spielt die Atmung eine zentrale Rolle. Nimm dir Zeit, ruhig zu atmen, so wie bei einer Yoga-Trainingseinheit.

Die Rückkehr zur Sexualität nach der Geburt erleichtern
Wenn du regelmäßig die äußere und innere Beckenbodenmassage praktizierst, entwickelst du ein besseres Körperbewusstsein und mehr Kontrolle über diesen Bereich. Du wirst selbstsicherer und gelassener, wenn es um die Wiederaufnahme deiner intimen Beziehungen geht.
Das kann auch hilfreich sein, wenn du nach der Geburt eine Narbe nach einem Dammriss oder nach einer Episiotomie hast: Du kannst sie massieren, um sie geschmeidiger zu machen und Schmerzen zu vermeiden. Etwa 6 Wochen nach der Geburt kannst du außerdem mit deinen Beckenbodenrückbildungs-Trainings beginnen, um deinen Beckenboden wieder zu kräftigen und zu stärken.
Wie macht man eine Beckenbodenmassage?
Sobald du weißt, wo sich dein Beckenboden befindet, geht es nun darum, ihn durch Massage zu entspannen. Zwischen Theorie und Praxis erfährst du hier alles, was du wissen musst.

Den Körper auf die Massage vorbereiten
Bevor du mit der Massage beginnst, entleere deine Blase und deinen Darm und führe eine kurze Intimpflege durch. Da die Schleimhäute der Vagina sehr anfällig für Infektionen sind, muss die Händehygiene einwandfrei sein: Wasche dir die Hände gründlich mit Seife und schneide dir die Nägel, damit du die Haut nicht verletzt.
Bevor du mit der Massage beginnst, wasche dir also sorgfältig die Hände mit Seife. Achte außerdem darauf, dir die Nägel zu schneiden, um Verletzungen zu vermeiden.
Den Beckenboden mit dem richtigen Öl massieren
Verwende am besten ein Öl, damit sich die Berührung sanfter anfühlt. Wir empfehlen ein neutrales Massageöl wie Bio-Süßmandelöl oder ganz einfach ein Gleitgel. Mach es dir in einer ruhigen, bequemen halbliegenden Position oder in gynäkologischer Position gemütlich. Bedecke deinen Daumen und Zeigefinger mit Öl und nutze diese Zeit, um dich ganz zu entspannen.
Die verschiedenen Bewegungen und Methoden
Für die Massage des Beckenbodens werden zwei Methoden empfohlen:
● Die äußere Dammassage: Sie wird auf der Haut zwischen Vagina und After durchgeführt und besteht aus einer Reihe sanfter Bewegungen und kleiner Kreise, um den Bereich zu erwärmen.
● Die innere Dammassage: Sie wird durchgeführt, indem du den Daumen (oder Zeigefinger) 2 bis 3 cm in die Vagina einführst. So wird die Vaginalwand mit kreisenden Bewegungen und festem Druck nach unten und zu den Seiten (in U-Form) massiert, wodurch die Gewebe schrittweise gedehnt werden.
Wann solltest du mit der Beckenbodenmassage beginnen?
Gesundheitsfachkräfte (Ärzt*in, Hebamme) empfehlen, mit der Beckenbodenmassage ab dem 8. Schwangerschaftsmonat, also ab der 35. Schwangerschaftswoche, zu beginnen. Früher zu starten ist nicht nötig: Ein früherer Beginn verbessert die Elastizität der Muskeln nicht weiter. Alles zu seiner Zeit!
Ich kümmere mich um meinen Beckenboden
Die Gegenanzeigen
In manchen Fällen ist die Dammassage kontraindiziert:
● aktive vaginale Infektion (Pilzinfektion, Vaginose) oder Harnwegsinfektion;
● Fruchtwasserverlust (Fruchtblase geplatzt) oder Blutungen;
● häufige und/oder schmerzhafte Wehen (drohende Frühgeburt).
Wenn du starke Schmerzen oder ein sehr unangenehmes Gefühl verspürst, brich die Massage ab. Im Zweifelsfall wende dich an eine*n Gesundheitsfachkraft (Gynäkolog*in, Hebamme).
Dauer und Häufigkeit der Dammassage
Die Beckenbodenmassage kann täglich oder 3 bis 4 Mal pro Woche durchgeführt werden. Jede Trainingseinheit dauert zwischen 3 und 10 Minuten.
Wir empfehlen dir, zunächst allein zu beginnen, um dich an die Bewegung zu gewöhnen. Danach kann dein*e Partner*in übernehmen, insbesondere wenn dein Bauchumfang die Übung erschwert.
Eine schöne Zeit am Ende der Schwangerschaft!
Du hast jetzt alle wichtigen Informationen an der Hand, um deinen Beckenboden auf die Geburt vorzubereiten: Beginne ab dem 8ᵉ Monat mit den Trainingseinheiten, nutze ein geeignetes Öl und achte auf sorgfältige Hygiene. Und nach der Geburt übernimmt der Beckenbodentrainer Emy Trainer die weitere Stärkung deines Beckenbodens. Bei Inkontinenz kannst du dir den Emy Beckenbodentrainer auch ganz einfach ärztlich verordnen lassen. Mit der Hilfsmittelnummer 15.25.19.2027 ist er offiziell als medizinisches Hilfsmittel gelistet und kann – je nach Krankenkasse – vollständig erstattet werden. Weitere Informationen findest du hier.





